Uhren als Schmuck: Taschenuhren

Was ist Schmuck? Was ist eine Uhr? Die Grenzen verlaufen oft absolut fließend. Wenn man Schmuck als etwas definiert, das die Menschen zur Zierde von sich und anderen Objekten betrachten, so waren die ersten Uhren beides. Die ersten Wasseruhren aus Krügen hatten wahrscheinlich eine vermehrt praktische Funktion. Die späteren astronomischen Uhren waren reicht verziert und hatten viele dekorative Elemente. Die astronomischen Uhren der islamischen Wissenschaftler waren Kunstobjekte, die der Wissenschaft dienen sollten.

Auch die ersten mechanischen Uhren dienten primär der Forschung sowie der Beobachtung und Messung des Himmels. Als die Uhren vermehrt hergestellt und verkauft wurden, wurden sie in erster Linie zu einem Schmuck-Objekt. Die Mechanik war noch sehr ungenau. Aber die Menschen waren von dieser neuen Technik begeistert und wollten diese zur Schau tragen. Es entstanden kunstvolle Uhren mit einer Statuswirkung für den Träger: Sie verliehen dem Träger einen Hauch von Wertigkeit und Wissenschaft. Dass diese Uhren dann um mehrere Stunden abwichen, ergo unbrauchbar waren, störte die Käufer nicht.

Als die Uhren präziser wurden, „schlichen“ sie sich in die Taschen. Sie wurden nun zur konkreterer Zeitbestimmung genutzt, waren aber auch anfälliger für Schäden.

Mit der Massenproduktion während der Industrialisierung kamen Uhren auf, die funktional sein sollten: Diese Uhren wurden in noch größeren Mengen und mit austauschbarem Design produziert und zum Beispiel an und in öffentlichen und unternehmerischen Gebäuden angebracht.

Heute gibt es sehr schlichte und sehr aufwendige Uhren. Dadurch aber, dass Uhren unmittelbar am Körper getragen werden, wirkt deren Optik auch auf die des Trägers. Sogar eine schlichte, funktionale Uhr hat eine dekorative Optik: Nämlich eine schlichte! Sie sagt uns etwas über den Geschmack und die Vorlieben des Trägers und ist immer auch ein Schmuck-Objekt.

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